So pflegst Du Deine Kettenrüstung

Kettenhemden bestehen je nach Größe und Länge aus 20.000 bis 30.000 Ringen. Diese Ringe wiederum bestehen aus Metall und wie es bei solchen Gegenständen üblicherweise der Fall ist, können sie rosten. Zwar gibt es mittlerweile Metalle auf dem Markt, die nicht rosten, aber dies ist niemals zu 100 % gewährleistet und authentisch wäre dieses Metall auch nicht. Nun gibt es Möglichkeiten, die Deiner Kettenrüstung gut angedeihen werden, und jene, die mehr Schaden anrichten als dass sie Gutes leisten.

Rostfrei durch Bewegen der Rüstung

Durch das Tragen Deines Kettenhemdes kannst Du es zwar nicht vor der Korrosion schützen, denn der Rost bildet sich. Er wird allerdings durch die Reibung der Metallringe beim Tragen abgescheuert und die Oberfläche der Kettenglieder bekommt neuen Glanz. Umso länger Du Deine Kettenrüstung unbenutzt liegen lässt, desto länger dauert dieser Prozess der Selbstreinigung.

Im Übrigen ist das Prinzip des Bewegens auch der historisch korrekte Weg das Kettenhemd von Rost zu befreien. So wurde es zusammen mit einer Schaufel Sand in ein leeres Weinfass gelegt, welches dann in der Gegend herumgerollt wurde. Mit einem Betonmischer geht das auch: Einfach die Rüstung und Sand hineingeben und 20 Minuten sich selbst überlassen.

Die richtige Aufbewahrung

Wenn Du Dein Kettenhemd nicht benutzt, solltest Du es natürlich trocken lagern. Am besten, Du hängst es auf einen Rüstungsständer. Problematisch ist das Verwahren in einem Plastiksack, weil sich hier auch dann Feuchtigkeit bilden kann, wenn Dein Kettenpanzer vermeintlich trocken ist.

Öl als Schutz für das Kettengeflecht

Hast Du Deine Kettenrüstung länger als eine Woche nicht in Benutzung, solltest Du es zum Schutz sparsam einölen. Am effektivsten eignet sich dafür Waffenöl. Davon gibst du ein wenig auf einen Lappen und reibst leicht über das Kettengeflecht. Bedenke hier bitte: Viel hilft nicht viel und umso mehr du verteilst, desto mehr Öl klebt beim nächsten Tragen an Deiner Kleidung und Deinen Händen.

Die gute alte Drahtbürste

Es ist schon richtig, dass Du Deine Kettenrüstung mit einer Drahtbürste erst einmal sauber bekommst. Aber dafür zahlst Du einen hohen Preis, denn die Drahtbürste hinterlässt auf den Metallringen je nach Borstenstärke unterschiedlich große Kratzer. Diese neigen noch stärker dazu zu rosten und schlimmer noch: Die Selbstreinigungskräfte Deiner Rüstung reicht nicht bis in die Kratzer hinein. Mach es also lieber nicht.

Kettenrüstung mit Sandstrahlen reinigen

Noch schlimmer als die Drahtbürste ist das Reinigen mittels eines Sandstrahlers. Auch hier hast Du zwar im ersten Moment ein blitzblankes Ergebnis, aber das Metall des Kettengeflechts wird zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Erstens werden die Patina und die Schutzschichten abgetragen. Zweitens vergrößert das Sandstrahlen die Oberfläche der Kettenringe, womit dem Rost eine größere Angriffsfläche geboten wird. Und Drittens wird hier mit Feuchtigkeit gearbeitet, was dem Rost natürlich gleich wieder Tür und Tor öffnet, nachdem der Rostschutz des Geflechts ja schon geschwächt wurde. Ergo: Auch das Sandstrahlen solltet ihr vermeiden.