Der Kilt – ein Kleidungsstück mit Tradition

Wer kennt sie nicht, die wild-romantischen Geschichten aus den Highlands. Starke Männer, die in einer atemberaubenden Landschaft um Stolz und Ehre kämpfen und den zähen Winden trotzen. Denkst Du an die Highlander, die mit dem Schwert ihr karges Land gegen die Engländer verteidigen und abends bei Whisky gemütlich am Feuer sitzen und Dudelsack spielen, so kommt Dir natürlich automatisch auch der Kilt in den Sinn. Das Kleidungsstück ist Kult und Kultur und jeder richtige Highlander hat mindestens einen karierten Schottenrock im Schrank. Die Geschichte hinter der landestypischen Kleidung ist so spannend und kernig wie die Bewohner der Highlands selbst.

Die Ursprünge des Kilts

Um es vorweg zunehmen – die Ursprünge des Kilts liegen im Nebel, ganz so wie die Spitze des Ben Nevis an trüben Tagen. Das Geheimnisvolle tut der Beliebtheit des Plaids aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, der knielange Rock ist legendenumwoben und gerade deshalb von unschätzbaren Wert für alle Liebhaber der schottischen Kultur.

Der „Great Belted Plaid“ war der Vorreiter des heute bekannten Kilts und bestand aus einer eineinhalb Meter breiten und vier bis acht Meter langen Stoffbahn. Da die Weber damals aufgrund der Technik nur maximal 80 Zentimeter breite Stoffbahnen weben konnten, nähten sie kurzerhand zwei Stoffbahnen aneinander. Mithilfe eines Gürtels legten sie den Stoff in Falten und fixierten ihn um die Hüften. Du kannst Dir vorstellen, dass das eine Menge Stoff war. Der Belted Plaid war also nicht unbedingt bequem und schon gar nicht einfach anzuziehen. Außerdem stellte er eine Brandquelle dar, so dass der Belted Plaid 1725 – und auch das ist nur eine Annahme – abgelöst wurde von einer praktischeren Version.

Dem Fabrikanten Thomas Rawlinson waren die schottischen Mitarbeiter in ihren langen Stoffbahnen am Hochofen zu gefährlich, also sorgte er für eine kürzere Variante. Außerdem nähte man die Falten gleich mit ein, so dass das mühsame Wickeln wegfiel.

Vor dem Kilt und dem Belted Plaid trug der Highlander übrigens Hosen und lange Tuniken.

Jeder Clan hat ein Muster, oder?

Der Schottenrock zeichnet sich nach wie vor ganz klassisch durch verschiedene Karomuster aus. Dunkelgrün, Braun, Weinrot oder Dunkelblau sind beliebte Farben und sicher hast Du auch schon einmal gehört, dass je nach Clan die Farbe und das Karomuster variiert. Das wird häufig angenommen, doch man geht nach neueren Erkenntnissen eher davon aus, dass das Muster je nach Wohlstand wechselte.

Das Karomuster wird übrigens Tartan genannt und neben dem Reichtum des Trägers auch bestimmten Regionen, den Districts, zugeordnet. Je nach Region – nicht nach Clan – bevorzugten die Highlander andere Muster und Färbstoffe. Die Theorie, dass den einzelnen Clans bestimmte Muster und Farben zugeordnet waren, wäre in kriegerischen Auseinandersetzungen auch mehr als hinderlich gewesen. So wäre man unmittelbar als Feind zu identifizieren gewesen und hätte ziemlich schnell ein unrühmliches Ende in der Schlacht gefunden.

Das Kiltverbot von 1746

Dass Du heute über den Kilt nur Mutmaßungen zu lesen und hören bekommst, liegt hauptsächlich am Kiltverbot von 1746, mit dem viele Informationen verloren gegangen sind. Der große Jakobitenaufstand im Jahr 1745 sorgte für die Abschaffung der Clans und mit dem Disarming Act 1746 auch zum Verbot des Schottenrocks. Denn dieser war das Symbol der stolzen Highlander und außerdem war der Kilt auch viel zu praktisch. Man hätte ihn ohne Weiteres als Plaid verwenden können, um sich im Unterholz als Dieb, Meuchelmörder oder Rebell zu tarnen und zu verstecken – also wurde der Kilt verboten.

Erst das Gesetz „Use of Highland Dress Act“ im Jahre 1782 hob das Verbot wieder auf. Denn damals entstand durch Autoren wie James Macpherson oder Sir Walter Scott ein wahrer Hype um die romantischen Highlands und der Schottenrock war neu geboren.

Alles für den Schotten: Kilt, Hemd, Sporran, Breitschwert und Accessoires.

Wie trägt man den Kilt richtig?

Der gängige Kilt endet für unverheiratete Männer über dem Knie. Wer verheiratet oder versprochen ist, bedeckt seine Knie traditionell. Außerdem soll der Schottenrock den Boden nicht berühren, wenn man sich hinkniet. Das verhindert, dass er schmutzig wird.

Bestimmt stellst Du Dir auch die Frage, was ein Highlander denn eigentlich unter dem Rock trägt. Die Legende besagt, dass traditionell keine Unterwäsche unter dem Kilt angezogen wird. Das ist aber eher dem Umstand geschuldet, dass es in früheren Jahrhunderten schlichtweg keine Unterwäsche gab. Heute kannst und darfst Du durchaus eine Unterhose unter dem Schottenrock tragen.
Viele andere Accessoires vervollständigen das Highlander-Outfit rund um den urigen Kilt.

Da ein Kilt keine Taschen hat, trägt man traditionell ein Sporran, eine kleine Ledertasche über dem Schottenrock. Die meisten platzieren sie mittig auf Höhe der Leistengegend, denn dies verhindert, dass ein Windstoß intime Stellen entblößt.

Zur traditionellen Ausrüstung eines Highlanders gehört auch das Sgian Dubh. Das kleine Messer versteckten die Schotten in den Strümpfen, denn einige Zeit war es aufgrund des Disarmed Act verboten, Waffen zu tragen. Während einer Kriegsperiode wurde es übrigens an der Außenseite des Beins getragen, herrschte Frieden, wechselte es auf die Innenseite.

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