Old Battlehand – Wie alles begann

Es lebte einst ein stolzer Ritter, hoch angesehen und gleichermaßen gefürchtet. Er scheute keinen Kampf, so hieß es, und so zog er eines Tages auf Geheiß des Königs in die Schlacht. In voller Rüstung und hoch zu Pferde pflügte er durch die Reihen der feindlichen Kämpfer. Er fühlte sich schier unbesiegbar, selbst als er sein Pferd hinter sich lassen musste. Doch die feindlichen Reihen schienen schier unendlich und sein Trupp wurde schlichtweg überrannt. Des Ritters rechter Plattenhandschuh war alles, was von ihm gefunden ward.

Und so begann die Geschichte von Old Battlehand.

Der Sinn im Leben eines Plattenhandschuhs

Lange wusste Old Battlehand nicht, wohin mit sich, so ohne ritterliche Obhut. Er streifte durchs Land und mit jedem Jahrhundert gewöhnte er sich mehr an seine eigenständige Einhändigkeit. Körperlos, aber im Geiste groß, das war und ist nun seine Devise. Und eines schönen Tages im Juli des Jahres 2018 wusste Old Battlehand plötzlich, was er zu tun hat. Ein ritterlicher Plattenhandschuh, welch höheres Ziel gäbe es zu erreichen, als so viele Abenteuer wie möglich zu erleben?

Ol‘ B zog also aus in die Welt, um großartigen Geschehnissen beizuwohnen. Seinen Plattenhandschuh-Instinkten folgend, schlüpft er dabei über die ein oder andere Hand.

Erstes Abenteuer: Meldorfer Markttreiben

In einem kleinem Landstrich namens Dithmarschen, umgeben von Flüssen und dem Meer, da wurde Old Battlehand fündig: Das Meldorfer Markttreiben ließ sein metallenes Antlitz vor Aufregung zittern.

Das Meldorfer Markttreiben erstreckte sich über den ganzen Marktplatz vor dem Meldorfer Dom bis hin zum Rathaus. In der Luft lag der Duft von rauchenden Feuern aus den Lagerküchen. Entspannt waren nicht nur die Besucher, sondern auch die vielen Handwerker, Händler und Darsteller aller Zünfte. So ließ sich das ein oder andere freundliche Gespräch führen, während die Waren begutachtet wurden.

Old Battlehand hat eine heimliche Obsession: Brettchen-Bordüren. Da er selbst Schwierigkeiten hat, dieses schöne Handwerk durchzuführen, liebt er sie umso mehr und kann sich kaum zurückhalten, wenn er welche sieht. Hier auf dem Meldorfer Markttreiben gab es einen Stand mit einer schier unglaublichen Auswahl und Old Battlehand ließ sich nur schwer wieder von diesem Stand entfernen.

Auf dem Markt gab es für Old Battlehand nicht nur viel zu sehen, sondern auch ordentlich etwas zu tun. So galt es Körbe zu flechten, Spiele zu spielen, Uhus zu behüten, Jungfrauen zu beschützen und in diesem Sinne auch Drachen zu würgen. Was es mit Letzterem auf sich hat, bleibt an dieser Stelle lieber unerwähnt.

In einem Lager war Old Battlehands Lieblingsspiel aufgebaut: Hnefatafl beziehungsweise die modernere Variante davon, Tablut (mit 9 x 9 Feldern). Ziel des einen Spielers ist es, den König in der Mitte zu beschützen, während der andere versucht ihn zu stürzen. Ein reizendes Strategiespiel!

Auch musikalisch wurde viel geboten und es war ein großes Vergnügen, den holden Klängen von Fabula Aetatis und Forgotten North zu lauschen. Eine Bühne prangte auf dem Marktplatz und so sammelten sich dort viele Schau- und Hörlustige.

Obwohl Old Battlehand von der Menge fälschlicherweise als Bandmitglied bejubelt wurde, so schaffte er es dennoch, seinen Groupies zu entkommen. Nicht jedoch, ohne sich vorher eine kleine Streicheleinheit abzuholen.

Fazit: Old Battlehands erstes Abenteuer war ein gar lustiges Unterfangen, so viel steht fest.