Die Samurai – Japans legendäre Krieger

Samurai, die legendären Krieger Japans, gelten als tapfer und tugendhaft. Sie wurden bereits im frühesten Kindesalter zu Elitekämpfern ausgebildet und erlernten den Umgang mit Pfeil und Bogen, Speeren und Lanzen sowie Dolchen. Die wichtigste Waffe der Samurai war jedoch ab dem 15. Jahrhundert das Schwert. Als Zeichen seines Standes hatte das Schwert eine zentrale Bedeutung. So war es stets in Reichweite und wurde über Generationen weitervererbt. Der Shogun Tokugawa Ieyasu ließ folgendes verordnen: „Das Schwert ist die Seele des Samurai. Wer es verliert, ist entehrt und der strengsten Strafe verfallen.”

Die Samurai im geschichtlichen Kontext

Die aus dem Landadel stammenden Kämpfer dienen seit dem 8. Jahrhundert dem Kaiser und setzen seinen Willen im ganzen Lande um. Über die Jahrhunderte erhalten die Samurai jedoch kontinuierlich mehr Macht, vor allem in den Provinzen. Dies bleibt so, bis im 12. Jahrhundert eine neue Regierungsform entsteht: Das Shogunat mit dem Shogun, der die Samurai fortan befehligen soll. Eine Zeit der Konflikte und Unruhen folgt.

Zitat von Sōhō, einem Zen-Meister aus dem Japan des 17. Jahrhunderts.

Ruhe bringt erst der Shogun Oda Nobunaga in das Land. Er teilt die Bevölkerung in vier Stände, wobei die Samurai an der Spitze stehen. Ihnen allein ist es gestattet, zwei Schwerter zu tragen. In den folgenden 250 Jahres des Friedens nimmt ihre Stellung in der Gesellschaft allerdings ab, da die Obrigkeit sie für den Krieg ausbilden ließ – den es nicht gab. Sie wenden sich teils anderen Aufgaben zu, zum Teil verarmen sie auch.

Ende des 19. Jahrhunderts schafft Kaiser Meiji den Stand der Samurai gänzlich ab. Es ist ihnen ab 1876 verboten, die traditionelle Tracht öffentlich zu tragen. Zwar rebellieren die übrigen Samurai, jedoch erfolglos. 1875/76 schlägt die japanische Armee die letzte Rebellion nieder, wenn auch mit großen Verlusten.

Die Burg Matsumoto aus dem 16. Jahrhundert - ein Relikt aus der "Herrschaft" der Samurai
Die Burg Matsumoto aus dem 16. Jahrhundert

Die Klingen der Samurai

Katanas

Ursprünglich waren die Samurai berittene Kämpfer, bewaffnet hauptsächlich mit Pfeil und Bogen. Denken wir heute an Samurai, dann sehen wir allerdings sofort die typischen Klingen vor unserem geistigen Auge, vor allem Katanas, Wakizashis, Tantos und Odachis.

Das Katana ist ein japanisches Langschwert und die wohl bekannteste Waffe der Samurai, da es nur von diesen getragen werden durfte. Zahlreiche Legenden ranken sich darum, zum Beispiel, dass der Stahl für die Klinge bei der Herstellung 32.768 Mal gefaltet wird. Tatsächlich wird er allerdings 15 Mal gefaltet, was zu 32.768 Lagen führt.

Entwickelt hat sich das Katana im 15. Jahrhundert aus dem Tachi. Bis zu dieser Zeit waren Samurai berittene Bogenschützen.  Das Katana war kürzer, leichter und weniger stark gekrümmt als das Tachi, daher konnte es besser im Zweikampf eingesetzt werden. Im Unterschied zum ebenfalls gebogenen Säbel wurde das Katana zweihändig geführt. Getragen wurde es am Gürtel, sodass es bei Bedarf schnell gezogen werden konnte.

Wakizashis

Das Wakizashi ist dem Katana recht ähnlich, allerdings ist es mit einer Klingenlänge von 30 bis 60 cm wesentlich kürzer und lässt sich dadurch einhändig führen. Getragen wurde es von Personen aus höherem Stand.

Es kam in verschiedenen Situationen zum Einsatz: Wenn die Hauptwaffe während des Kampes verlustig ging oder brach, bei Kämpfen auf schmalem Raum oder auch beim Seppuku, der rituellen Selbsttötung. Zudem gibt es eine Kampftechnik, bei der der Samurai das Wakizashi in der einen und das Katana in der anderen Hand führt.

Zusammen mit dem Katana bildet das Wakizashi das typische Daishō – Ein Schwertpaar bestehend aus einem Kurz- und einem Langschwert. Beide wurden in einem speziellen Gürtel, dem Obi, mit der Schneide nach oben getragen.

Tantos

Das Tanto ist ein japanisches Kampfmesser. Meistens ist die Klinge des Tanto gerade, sie kann aber auch leicht gebogen sein. In der Regel ist die Klinge nicht länger als 30 cm.  Es existieren verschiedene Sonderformen des Tantos, unter anderem das Hamidashi, das sehr kräftige Yoroi-doshi und das kurze Kaiken.

Das Tanto sollte man nicht verwechseln mit der modernen Klingenform des westlichen Tantos. Die japanische Klingenform ist traditionell mit einer Rundung der Spitze ausgestattet und wird ohne Grat gefertigt.

Odachis

Das Odachi, auch Nodachi genannt, besticht vor allem durch seine unglaubliche Länge. So wurde das längste bekannte Schwert dieser Art 1446 angefertigt und besitzt eine Gesamtlänge von 3,77 m. Um die Klinge aus der Schwertscheide zu ziehen, waren daher zwei Personen von Nöten.