Zeitreise zu den Normannen

Der Begriff Normanne wird heutzutage häufig gleichgesetzt mit Wikinger. Das ist zwar nicht korrekt, aber ganz abwegig ist es auch nicht, denn die Normannen sind die Nachkommen jener Wikinger, die sich einst in der Normandie ansiedelten und von dort aus expandierten. Wie das kam? Dafür reisen wir etwa 1100 Jahre zurück nach Nordfrankreich.

Plündernde Wikinger

Es ist Ende des 9. Jahrhunderts: Eine große Gruppe dänischer und norwegischer Wikinger plündert und überfällt Dörfer und Städte entlang der Nordküste Frankreichs. Sie kommen jedes Jahr aufs Neue und hinterlassen trotz Gegenwehr seitens Frankreichs eine Schneise der Verwüstung.

Die Kunst der Diplomatie

Nach vielen Schlachten bringt erst ein diplomatisches Gespräch im Jahr 911 die Wende. Der Frankenkönig Charles „le simple“ trifft auf Rollo, den Anführer der Wikinger und es entsteht der „Vertrag von St. Claire-sur-Epte“. Darin wird vereinbart, dass sich Rollo und seine Sippe am Unterlauf der Seine als Vasallen niederlassen dürfen. Voraussetzung dafür war, dass sie zum Christentum konvertieren, Rollo die Königstochter Gisla heiratet und keine weiteren Wikinger das Land besiedeln.  Im Übrigen hatte der König laut Überlieferungen gar keine Tochter Gisla, aber das ist eine andere Geschichte.

Beeindruckende Bauwerke der Normannen: Der Clifford's Tower ist ein normannisches Gebäude in der nordenglischen Stadt York.
Der Clifford’s Tower ist ein normannisches Gebäude in der nordenglischen Stadt York.

Das Normannenreich

Ab hier beginnt die eigentliche Geschichte der Normannen, denn Rollo, der Rouen als seine Hauptstadt erwählt, führt das „wiking‘sche Jarltum Normandie“ in eine glänzende Zeit. Unter seinen Nachkommen entwickelt sich im 10. und 11. Jahrhundert  das mittlerweile fast eigenständige Herzogtum zu einer blühenden Kultur und expandiert gen Westen.

Man könnte meinen, hier endet die Geschichte, doch was die Normannen ausmacht, sind Abenteuerlust, Kampfgeist und möglicherweise auch ein Problem mit Autoritäten. Jedenfalls fielen sie auch in England, Süditalien und Sizilien ein und beteiligten sich an einem Kreuzzug.

Die Ausrüstung der Normannen

Typisch für eine normannische Ausrüstung ist der Nasalhelm. Plattenrüstung gab es als Vollrüstung noch nicht, sodass der Normanne auf Leder- und teilweise auch auf Kettenrüstung zurückgriff. Darunter trug er bisweilen einen gepolsterten Steppwams / Gambeson. Schutz bot ihm zudem sein Tropfenschild.

Als Waffen verwendete der Normanne typische Normannenschwerter sowie Äxte, Keulen und Speere.